Für 12 Monate auf Bewährung kann man:
Als vorbestrafter Unfallfahrer mit 101 km/h durch St. Augustin rasen und dabei ein kleines Mädchen totfahren.
Als Kapitän eines Säuretankers mit 2,2 Promille ein anderes Schiff rammen.
Als Polizist zwei Kollegen in Zivil krankenhausreif prügeln.
Oder das Wort "Koran" auf Klopapier stempeln.
Zitat aus
Spiegel online:
"Das Strafmaß sei auch im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Diskussion um die Mohammed-Karikaturen zu betrachten, sagte Richter Carsten Krumm vom Amtsgericht Lüdinghausen (Nordrhein-Westfalen). "Die Bedeutung hat sich erheblich gesteigert durch die weltpolitische Lage.""
Eine weltpolitische Lage, die allerdings noch nicht existierte, als der Verurteilte sein "Kunstwerk" schaffte und verteilte.
Mal ganz abgesehen von der Frage, ob man das verzierte Klopapier nun für politische Kunst oder einfach nur geschmacklos hält:
Was ist das für eine Zeit, in der sich ein Amtsrichter in der Provinz einbildet, er müsse sich bei der Urteilsfindung nach der politischen Weltlage richten, zumal diese lediglich durch die Proteste des Iranischen Terrorregimes gegen das bedruckte Klopapier einen Bezug zu diesem Fall bekommt?