Früher bedeutete "links" einmal, für Menschenrechte zu kämpfen. Für die Rechte von Frauen, Schwulen, für Religionsfreiheit, für eine Trennung von Staat und Kirche.
Aber:
Muslimische Frauen(-rechtlerinnen) können auf nur wenig Unterstützung durch Deutsche hoffen. Das Wohl (und oft genug auch das Leben) dieser Frauen wird auf dem Altar der Toleranz, die hier eigentlich "Indifferenz" heissen sollte, geopfert.
Schwule müssen 2008 wieder Angst haben, wenn sie auf der Strasse Händchen halten (willkommen in HH-St.Georg).
Wer sich vom Islam abkehrt, wird oft mit dem Tode bedroht (das ist keine Erfindung).
Der Islam strebt (im Gegensatz zu anderen Religionen) Kontrolle über Staaten an (das ist auch keine Erfindung, die tun das ganz offen). In der Türkei gibt es ein Religionsministerium, das den Moscheebau in Deutschland mitfinanziert und vorantreibt. Auch das kann man duch 5 Minuten googeln verifizieren.
Kurzum: Viele Aspekte des Islam müssten ihn eigentlich zum roten Tuch für jeden machen, der dem Kampf der Linken seit Anfang des letzten Jahrhunderts und speziell seit den 60ern positiv gegenübersteht. Die Linken opponierten immer stark gegen den Konservativismus von CSU und Springer-Presse, kämpften für wilde Ehen, sexuelle Selbstbestimmung, gegen den Klerus (solange er katholisch war), für freie Meinungsäusserung, Kritik am Etablierten, usw.
Und nun?
Der Großteil der europäischen Linken weigert sich standhaft, den Islam als eine Ideologie anzuerkennen, die Kritik verdient, so wie jede andere Religion oder Ideologie auch.
Niemand verlangt, dass man sich unbedingt "gegen den Islam" stellen muss, das wäre töricht. Es gibt aber nicht nur schwarz und weiss, man kann einer Ideologie auch sehr kritisch gegenüberstehen, ohne "gegen" sie zu sein.
Es wäre die verdammte Pflicht von Grünen und SPD, die Imame in gesellschaftspolitischen Fragen genauso hart ranzunehmen, wie man das z.B. mit den Katholiken in der §218-Diskussion getan hat.
Oder?