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Werbung von vor 70 Jahren
Tchibo musste ja die Kampagne mit dem Slogan "Jedem den seinen" abbrechen, weil das uralte suum cuique bei besonders empfindsamen Gemütern wohl mittlerweile als Nazi-Vokabular gilt.
Nun habe ich gerade beim aktuellen TV-Spot für den Schokoriegel Duplo festgestellt, dass die beiden Verehrer von Desiree darin "mit Blut, Schweiss und Schmerz" um ihr Herz kämpfen.
So macht man das, Ihr Werbetexter! Wenn man schon in die historische Grabbelkiste greift, dann bedient man sich bei Churchill und nicht bei Hitler.
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Ohne Dramatik keine Nachricht
Der Spiegel meldet "Zahl gewaltsam getöteter Kinder steigt".
Die Steigerung sieht laut dem Artikel jedoch so aus:
"Vor zehn Jahren waren Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef von bundesweit rund hundert gewaltsam gestorbenen kleinen Kindern jährlich ausgegangen."
2007 "kamen 173 Jungen und Mädchen unter sechs Jahren gewaltsam ums Leben... In 20 Fällen gingen die Ermittler im Jahr 2007 von Mord aus, in 91 Fällen von Totschlag und in 62 von fahrlässiger Tötung"
2008 "sei die Zahl getöteter Kinder nach bisherigen Erkenntnissen auf hohem Niveau ziemlich gleich geblieben"
Es gibt also eine Stagnation von 2007 zu 2008, und die einzige erkennbare Steigerung entsteht durch den Vergleich einer Unicef-Schätzung mit einer Polizeistatistik, wobei letztere "fahrlässige Tötung" beinhaltet. Dieser Straftatbestand gilt z.B. bei Verkehrsunfällen oder bei ärztlichen Kunstfehlern und es ist unklar, ob Unicef sich mit seiner Schätzung auch auf solche Opfer bezog.
Zieht man also die 62 Fälle fahrlässiger Tötung ab, so hat man eine "Steigerung" von "geschätzten rund hundert" auf 110 statistisch erfasste Opfer. In zehn Jahren, wohlgemerkt.
Kinderschutz ist richtig, keine Frage. Aber gerade deshalb ist er kein Spielplatz für Verblödungsstatistiken und reisserische Panikmache.
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Waffenverbot wirkt, wirkt nicht, wirkt, wirkt nicht...
Die Mopo von heute verkündet: Endlich mal eine gute Nachricht vom Kiez: Das Waffenverbot zeigt offenbar Wirkung. Im zweiten Halbjahr wurden von der Polizei nur halb so viele Waffen und gefährliche Gegenstände einkassiert wie im ersten Halbjahr.
Mopo vom 21. November: "Pro Tag gibt es zwei Gewaltexzesse auf dem Kiez, Tendenz steigend. Die Maßnahmen des Senats bringen nichts", so SPD-Innenexperte Andreas Dressel Dies lässt daran zweifeln, dass die unmittelbare Zielsetzung "weniger Waffen auf der Strasse" der eigentliche Grund für das sogenannte "Waffenverbot" war. Denn das mittelbare Ziel, weniger Gewaltstraftaten, scheint völlig aus dem Focus geraten zu sein.
Hamburg folgt lediglich dem Zeitgeist-Dogma der "bösen Waffe", Opferschutz ist nur ein vorgeschobener Grund.
Passend dazu fürdert die SPD die Ausweitung des nutzlosen Waffenverbots auf ganz Hamburg. Gefährliche Kriegswaffen wie Schweizer Offiziersmesser würden dann endlich von den Strassen verschwinden.
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Der erste Eindruck auf einer Nachrichtenseite
Der erste Eindruck zählt, sagt man. Und viele Meldungen bei SpOn werden wohl nur auf der Startseite überflogen, denn wenn sie nichts überraschendes enthalten, braucht sie der Durchschnittsleser nicht anzuklicken. Insofern stellt eine Startseitenmeldung ein eigenes Format dar und sollte auch mal einzeln analysiert werden.

Eine ganz normale Meldung auf der SpOn-Startseite. Zerlegen wir sie mal:
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Mundraub statt Datenskandal
Der Datenskandal, der gerade wieder die in Deutschland niemals stillstehende Anlassgesetzgebungs-Maschinerie schmiert, entpuppt sich als Mundraub. Ein Christstollen, der von einem Stuttgarter Unternehmen (wohl als Bakschisch) an die Zeitung geschickt wurde, überlebte in den Händen ausgehungerter Kuriermitarbeiter nicht lange, wonach diese dann eine Banksendung als Ersatz un den Umschlag steckten.
Der eigentliche Skandal: Die Journalisten hätten ja auch mal beim Absender anrufen können, was der Inhalt des Pakets soll. Dann wäre die Geschichte wohl recht schnell geklärt gewesen. Aber dann hätte man ja keine Story gehabt, die Titelseiten, Verbraucherschützer und die Legislative für Wochen beschäftigt!
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Initialen des Bösen
Was wären wir nur ohne unsere Geheimdienste? Es gibt drohende Gefahren, die uns ohne die fleißigen Schlapphüte gar nicht bekannt wären. Zum Beispiel Nazi-Autokennzeichen. Allen Ernstes wird nun davor gewarnt, Kürzel wie NS, AH oder Zahlen wie 88 zu vergeben.
Das geht nicht weit genug!
Verboten werden müssen ausserdem:
EB - Eva Braun JG - Joseph Goebbels JM - Josef Mengele JF - Josef Fritzl DR - Drittes Reich EL - Endlösung (ist auch aus Kochbüchern zu entfernen!) AK - Al Kaida BL - Bin Laden AB - Andreas Baader UM - Ulrike Meinhof BM - Baader Meinhof SH - Saddam Hussein (schlimmer: Steuer-Hinterziehung) KH - Kampfhund AR - Ausländer Raus GW - Geländewagen KK - Klimakatastrophe KS - Killerspieler CS - Counterstrike AL - Amoklauf KP - Kinderpornographie AP - Alcopops RS - Robbenschlachten
Die Liste ließe sich endlos fortführen.
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Riecht komisch
Ein Neonazi wie aus dem Bilderbuch klingelt beim Polizeichef. der öffnet ihm die Tür. Der Nazi hat genug Zeit, um dem Beamten die Leviten zu lesen, dann erst sticht er auf ihn ein, mit einem Messer, das vor der Tür lag. Der Täter ist natürlich 1,90 groß und stark, sonst hätte der Polizeichef sich ja sicher wehren können. Und er erklärt stolz, woher er kommt, und wieso er zusticht, nämlich vom "nationalen Widerstand" und aufgrund einer Polizeiaktion bei einer Beerdigung. Das alles sagt der Täter jemandem, den er eigentlich umbringen will, der es also niemandem weitererzählen kann. Dann lässt er das Messer samt anhaftender Spuren am Tatort liegen. Zeugen: keine.
Neiiin, mit dieser Zusammenfassung will ich gar nichts andeuten. Ausser vielleicht, dass wenn etwas komisch riecht, meistens auch irgendwas daran komisch ist.
Okay, Naziskins sind meist nicht die hellsten. Kann also sein, dass sie mangels Schreibkenntnissen keine Bekennerbriefe verfassen, sondern ihre Beweggründe lieber dem zukünftigen Mordopfer erklären und dabei das Risiko eingehen, dass dieses entweder flüchtet bzw. Zeit zur Gegenwehr hat, oder (bei Erfolg) niemandem mehr mitteilen kann, wer den Anschlag warum ausgeführt hat . Kann auch sein, dass Nazis neuerdings mutig sind, und den Kampf "Mann gegen Mann" suchen, anstatt ihre zahlenmässig unterlegenden Opfer in Gruppenstärke heimzusuchen. Und möglicherweise geht dieser neue Mut so weit, dass man unbewaffnet und alleine an die Haustür eines hochrangigen Polizeibeamten geht, der mit ziemlicher Sicherheit eine Waffe im Haus hat.
Kann alles sein.
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Hurra, ein Anlass!
Die Hintergründe des Anschlags auf den Passauer Polizeichef sind noch nicht mal ansatzweise klar, da überschlagen sich die Politiker schon vor lauter Ideen, wie man den Messerstich für die eigene Agenda ausschlachten könnte. Allen voran natürlich der "Kampf gegen Rechts", auch wenn es bisher keine Anzeichen gibt, dass der Täter der politischen Rechten (also der CDU oder dem Seeheimer Kreis in der SPD) zuzuordnen ist. Der Fraktionsvorsitzende der bayerischen "Freien Wähler", Aiwanger, fantasierte sogleich von "gewaltverherrlichen Computerspielen". Die Hamburger SPD wird sicher schon darüber nachdenken, wie sie das am Tatort vorgefundene Lebkuchenmesser in ihre Argumentation für ein Waffenverbot einbaut.
Ich warte momentan auf die Meldung, die Erderwärmung hätte das Erbsenhirn eines Nazis überhitzt und den Anschlag so erst möglich gemacht.
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Kommt ein Schuh geflogen
Bei der Befreiung Europas im WK2 sind auch viele Menschen ums Leben gekommen. Zum Beispiel mein Opa. Ich würde aber nicht auf die Idee kommen, deshalb Roosevelt zu beschimpfen oder jemanden mit Schuhen zu bewerfen. Bush hat schon Recht, wenn er die Schuh-Attacke als Zeichen einer freien Gesellschaft deutet: Unter dem Massenmörder Saddam Hussein (eine Million Todesopfer) wäre man für so einen Schuhwurf (oder auch weniger) füsiliert worden.
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Die Linken und der Islam
Früher bedeutete "links" einmal, für Menschenrechte zu kämpfen. Für die Rechte von Frauen, Schwulen, für Religionsfreiheit, für eine Trennung von Staat und Kirche.
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Prima Klima
Auf dem Terminplan für die Abholung der Papiertonne schreiben die Hamburger Stadtwerke, man solle Papier sammeln, um das Klima zu schützen. Ich finde, man sollte auch den Walfang und die Robbenjagd stoppen, um das Klima zu retten. Man sollte sein Altöl auch nicht mehr klimaschädlich in Gewässer kippen. Naturschutzgebiete heissen ab jetzt "Klimaschutzgebiete". Das werde ich dem Klimaschutzministerium vorschlagen.
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Schuss in den Ofen
SpOn jammert über die veralteten Waffen, mit denen die indischen Sicherheitskräfte den Terroristen entgegentreten mussten. Verlogener geht es nicht... beim Anblick von modernen Feuerwaffen der Marke Heckler & Koch in den Händen indischer Polizisten wäre das Geschrei beim Spiegel groß.
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